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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
Januar 2009
Inhalt der Ausgabe
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Lernen Sie Ihre neue Wohnung kennen – ohne sie zu betreten. Immobilien-Portale machen’s möglich. Ein Vergleich.
Von Michaela Kampl
In zwei Minuten in ein neues Leben? Was darf es denn sein? Was Nettes wischen 30 und 60 Quadratmeter, im 20. Wiener Gemeindebezirk für höchstens 600 Euro inklusive Betriebskosten, bitte. Nach wenigen Sekunden erscheinen je nach Immobilien-Plattform bis zu 28 Wohnungen, die diesen Kriterien entsprechen. Fein säuberlich aufgelistet steht sie da, die Wohnzukunft.
Die Suche nach einer Bleibe im Wunschbezirk – oder auch nach dem Traumhaus im Grünen – verlagert sich immer mehr ins Netz. Bereits vor vier Jahren informierten sich 17 Prozent der Wohnungssuchenden im Internet über das Angebot am Wohnungsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie aus dem Jahr 2004 von Kommunikation.Bauen.Wohnen, einer in Wien ansässigen Kommunikationsagentur mit Schwerpunkt Immobilenmarkt. „Und die Suche im Internet hat seither sicher zugenommen“, versichert die Studienautorin Andrea Baidinger. „Jeder, der einen Internet-Zugang hat, sucht auch über die diversen Portale.“
Es ist die Masse der Angebote, die Internet-Portale attraktiv macht. Die Inserate sind günstiger als in Printprodukten und können – zumindest theoretisch – jederzeit aktualisiert werden. Das lockt die Immobilienbüros. Wohnungssuchende fühlen sich im Internet besser informiert: Fotos, Grundrisse und ein Stadtplan sind quasi schon eine vorweggenommene Wohnungsbesichtigung. Je mehr Informationen, desto wahrscheinlicher ein Anruf beim Makler.
DIE WICHTIGSTEN PORTALE
Die wichtigsten Immobilien-Plattformen in Österreich sind: Immobilien.net, das Angebot des Immobilienportals von
derStandard.at,
immodirekt.at und
willhaben.at. Der Suchvorgang ist auf allen erwähnten Seiten im Grunde gleich: Über eine recht allgemein gehaltene Suchmaske (Wo soll die Wohnung sein? Wie groß? Was soll sie kosten?), die meist schon auf der Startseite zu finden ist, gelangt man zu den ersten Angeboten. Die Suche lässt sich dann auch noch nach zusätzlichen Kriterien verfeinern: Soll die Wohnung WG-tauglich sein? In welchem Stock liegt sie? Gibt es einen Lift? Eine Terrasse? Wie stehen die Chancen auf Förderung?
Dann tauchen die Angebote auf. Es gibt auf allen Portalen die Möglichkeit, das Angebot mit Fotos zu ergänzen. Ob sie wahrgenommen wird, hängt von den Inserenten ab. Außer auf immodirekt.at ist auch bei allen Portalen ein Stadtplan integriert. In naher Zukunft werden Video-Rundgänge möglich sein. So weit, so ähnlich.
Wenn es allerdings darum geht, wie aktuell die Angebote sind, gibt es sehr wohl Unterschiede. Auch nach minutenlanger Suche ist bei Immobilien.net das Datum, wann ein Inserat online gegangen ist, nicht zu finden. Bei immodirekt.at lassen sich zwar die Angebote nach Aktualität ordnen – allerdings nur nach den Kriterien 48 Stunden, eine Woche, zwei Wochen und ein Monat. Auf willhaben.at ist das Aktualisierungsdatum zu sehen – genauso beim Immobilienportal von derStandard.at. Wobei trotzdem nicht gesagt ist, dass die Traumwohnung, obwohl vielleicht erst vor wenigen Tagen inseriert, nicht schon vergeben ist. Online bedeutet nicht automatisch noch zu haben. Hier kommt es auf das Engagement der Makler an, ob sie ihre Angebote täglich auf den neuesten Stand bringen oder einmal geschaltete Anzeigen für die Dauer der Schaltung unverändert lassen.
Groß ist der Ärger, wenn auch die zehnte angefragte Wohnung schon vergeben ist. Aber darauf sollte man gefasst sein. Das Wohnungsangebot der Portale überschneidet sich zum Teil. Nach drei Tagen intensiver Suche haben die angebotenen Wohnungen schon einen Wiedererkennungseffekt, und die ersten Zweifel an den Suchkriterien setzen ein.
Die Wohnungssuche wird trotz des einfachen Zugangs zu den Angeboten nicht zum Zuckerschlecken. Online-Portale können den Suchkriterien entsprechende Wohnungen auflisten, den Kontakt zum Makler herstellen und über Fotos und Grundrisse einen ersten Eindruck vermitteln. Nicht weniger – aber auch nicht mehr.
VON PRIVAT AN PRIVAT
Und wer garantiert, dass der Anbieter seriös ist? Auf Immobilien.net dürfen nur registrierte Makler inserieren. Einerseits ein Vorteil, denn Wohnungssuchende können sicher sein, nicht einem windigen Anbieter auf den Leim zu gehen. Andererseits fehlen die privaten Angebote – Wohnungen, die ohne Kaution den Besitzer oder Mieter wechseln.
Auf derStandard.at/Immobilien und willhaben.at ist die spezifische Suche nach privaten Angeboten möglich – bei immodirekt.at nicht. Erst beim Anbieterkontakt stellt sich heraus, ob es sich um ein Immobilenbüro oder einen privaten Anbieter handelt. Der verständliche Wunsch, keine drei Monatsmieten an einen Makler zu bezahlen, wird aber auch zum Geldverdienen ausgenutzt. Deswegen: Finger weg von Angeboten, die Kontaktdaten zu den Wohnungsinhabern erst nach der Bezahlung eines so genannten „Kontaktdaten-Abos“ zugänglich machen! Auf der Seite von privatimmobilien.at ist ein solches Abo um knapp unter 40 Euro zu haben. Günstig im Vergleich zu einigen Tausend Euro Provision – und verlockend nach einer aufreibenden Suche. Die Wohnungen, die dann zum Angebot stehen, sind allerdings den Abo-Preis nicht wert.
Grundsätzlich gilt: Immobilien-Portale machen lediglich das Angebot auf dem Markt transparenter – damit wird die Wohnungssuche aber nicht zwangsläufig einfacher.