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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
Oktober 2009
Inhalt der Ausgabe
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Ein webbasiertes Warenwirtschaftssystem öffnete dem Kunststoff-Großhändler MR-Plastics einen dynamischen Zugang zum Weltmarkt. Programmiert haben es die Wiener Softwareentwickler von strg.at. Eine komplexe Lösung, möglich gemacht durch ein unkompliziertes Miteinander.
Autor: Robert Penz
Jürgen Schmidt, Geschäftsführer des Software-Entwicklers und IT-Consulters strg.at,
scheint seinen Heldpdesk völlig verinnerlicht zu haben. Immer wieder wirft er einen Blick aus dem Fenster seines Büros im 15. Wiener Bezirk. Er ist besorgt darüber, dass Karl-Heinz-Randl, CEO von MR-Plastics, sein Auto in einer Kurzparkzone vor dem strg.at-Office abstellt. Wo doch keine Hundert Meter weiter bereits das Freeware-Angebot für Stadtparker beginnt. Ein Beispiel, das zeigt: Die beiden Geschäftspartner können einfach miteinander. Und das, auch nachdem man kürzlich ein Projekt realisiert hat, das nicht wenige Klein- und Mittelbetriebe ins existenzielle Nirwana geschossen hat.
Die Zukunft kann kommen
Das Wolkersdorfer Unternehmen MR-Plastics handelt weltweit mit Kunststoff-Rohstoffen – primär mit Granulaten, beginnend von standardisierten Neuwaren bis hin zu Regranulaten und recycelten Waren. Seinen dynamischen Zugang zum Weltmarkt verdankt man dabei einem Warenwirtschaftssystem von strg.at. Die Wiener wiederum realisieren Web-basierte Software, übernehmen aber auch Implementierung, Wartung und Betreuung von Serversystemen.
Die neue Vernetzung der Daten ist für MR-Plastics ein großer Gewinn, der sich im gesamten Unternehmen niederschlägt. Verkäufer klicken in die Angebotslegung hinein und erhalten dort innerhalb weniger Sekunden alles an relevanten Kundeninfos. So kann man zum Beispiel während eines Kundentelefonats im Nu auf wesentliche Softfacts wie Zahlungsmoral, Reklamationen, Kreditlimits etc. zurückgreifen und z.B. spontan die Preisgestaltung danach richten. Inzwischen nutzt jeder im Unternehmen – egal, ob Buchhaltung, Lagerverwaltung, Transport etc. – die neue Lösung. Apropos Transport: Ein Feature des neuen Systems speichert sämtliche Transportkosten und -routen ab, um fortan mit Hilfe von GoogleMaps völlig automatisch den optimalen Transport dank eingehender Vergleiche mit den bis dato angefallenen Aufwänden zu errechnen. „Die Routenoptimierung war für uns etwas Essenzielles, da ich in der Vergangenheit erkannt habe, dass dort relativ einfach ein hoher Anteil des zu erwirtschaftenden Deckungsbeitrags gewonnen oder verloren werden kann“, so Karl-Heinz Randl.
„Wir haben vorher mit einer Access-basierten Datenbank gearbeitet, die nicht mehr alles abdecken konnte und immer häufiger Probleme bereitete. Somit wollten wir eine Lösung, die sämtlichen Anforderungen aus der Praxis Rechnung trägt und standortunabhängig, also überall dort, wo man online gehen kann, einsetzbar ist“, so Karl-Heinz Randl, Geschäftsführer von MR-Plastics. Auch sollte sie eine Basis sein, um später aussagekräftige Statistiken fahren zu können.
Bei einem „banalen“ Gespräch zwischen strg.at-Geschäftsführer Schmidt und Randl im Zuge eines Routine-Serverchecks im Büro von MR-Plastics – strg.at hatte bereits die „Plastik“-Website erfolgreich realisiert und übernahm darauf auch die Serverwartung – ergab eines das andere. Gemeinsam erkannte man, dass weitere Investitionen in die alte Lösung einer effizienten Anleitung zum „Ein Unternehmen an die Wand fahren“ gleichkamen. In Ermangelung kostengünstiger Alternativen war relativ schnell klar, dass man hierfür auf OpenSource-Systeme zurückgreifen muss, wenngleich SAP sehr wohl vorübergehend zum Thema wurde. Eines, das man ob des hohen Kostenfaktors und einer gewissen Sperrigkeit bei KMU-Lösungen wieder zu den Akten legte. Und dann war da noch was in Kanada. Auch dort fand man eine intelligente Lösung…aber auch den Haken daran.
„Da das ganze Projekt im Falle von MR-Plastics noch nicht zeitkritisch war, konnte unser Unternehmen ein sinnvolles Produkt aufbauen und entwickeln. Für die OpenSource-Basis haben wir uns unter anderem deshalb entschieden, um keine großen Abhängigkeiten für MR-Plastics zu generieren“, so Schmidt. Mit der Basis spunQ lässt sich die Software von strg.at jederzeit mit geringem Aufwand an neue, individuelle Unternehmensstrukturen anpassen. strg.at musste nun für verschiedene Module unterschiedliche Systeme einsetzen, die es zu vernetzen galt – von Ein- und Verkauf über Mahnwesen bis hin zu Reklamationen, Gutschriften, Lade- und Transportkosten etc.
Wissenstransfer und „agile Konzepte“
Interessant gestaltete sich auch die Herangehensweise an dieses Megaprojekt. Ausgehend von einem Erstgespräch, im Zuge dessen die täglichen Aufgaben und Routinen der MitarbeiterInnen erläutert werden, versuchte man Problemzonen und Kanäle, in denen ein Wissenstransfer ausbleibt, zu lokalisieren. Es ist dem Erfolg eines Unternehmens nun mal nicht gerade zuträglich, wenn z.B. die Infos des Einkäufers mit jenen des Verkäufers wenig bis gar nichts zu tun haben.
Dazu Schmidt: „Früher haben wir versucht, die Lösung mit den Kunden en detail durchzuplanen, um sie anschließend umzusetzen und zu präsentieren. Jetzt arbeiten wir mit so genannten „agilen Konzepten“ – wir generieren nach einer Reihe an Gesprächen einen ersten Prototypen, auf dem man folgenlos Testballons starten kann.“ Eine Vorgangsweise, die sich als ideale Basis herausgestellt hat, da die strg.at-Kunden von der Haptik des Prototypen inspiriert werden, automatisch Ideen weiterentwickeln und „uns als IT-Experten wesentliche Inputs liefern können“, Schmidt weiter. Könnte man in der Maske „Angebotslegung“ an dieser Stelle vielleicht noch einen direkten Zugriff auf „Gutschriften“ und „Belastungen“ einfügen?
Keine drei Monate nach dem Kickoff-Meeting zauberte strg.at einen ersten Prototypen aus dem Hut. Es wurde einige Monate lang seitens beider Unternehmen parallel – am alten und am neuen System – gewerkt. Somit konnten kleine Kinderkrankheiten in aller Ruhe auskuriert, das neue System sukzessive mit den Daten angereichert und das Horrorszenario „Plötzlich kollabierendes Geschäftssystem“ vermieden werden.
Die Zufriedenheit des jeweiligen Gegenübers ist für beide Herren von großer Bedeutung: „Kein System der Welt funktioniert, wenn die Mitarbeiter es nicht annehmen. Uns ist es ein Anliegen, dass wir diffizile IT-Probleme auch für IT-Laien sichtbar machen, um ihnen so die Möglichkeit zu geben, Fehler zu vermeiden“, erzählt Schmidt. Auch dem Geschäftsführer von MR-Pastics ist es von großer Bedeutung, eine Win-Win-Situation entstehen zu lassen: „Ich weiß natürlich, dass er durch unseren Auftrag Geld verdient – er wiederum, dass ich dies auch gerne zulasse. Auf der anderen Seite ist mir bewusst, dass wir für diesen Datentransfer auch keine Unsummen zahlen mussten“, so Karl-Heinz Randl abschließend.
Beiden Geschäftsführern ist die gesunde Geschäftseinstellung gemein. Eine Basis, die dieses offensichtlich unkomplizierte Miteinander erst möglich gemacht hat.