Silver Server

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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.

SILVER 23

April 2010
Inhalt der Ausgabe

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Computerwölkchen?

Stefan Gogler zu Cloud Computing.

Die inflationäre Verwendung des aktuelle Buzzword der IT-Branche verleitete neulich sogar Oracle-Gründer Larry Ellison zu der Feststellung, die Computer-Industrie sei modegetriebener als die Modebranche selbst. Schließlich werde der Begriff Cloud Computing inzwischen auch für alles verwendet, „das wir bereits tun“. Hier einige Beispiele für Definitionsversuche:

„Cloud Computing ist die neue Virtualisierung“
„Cloud Computing ist Google Mail“
„Datenzugriff auf einem Server im Internet“
„Es wird auf irgendwo befindlichen Computer verwendet“
„IT als ein Service“

Zum Glück liefert aber Wikipedia eine Definition, an der wir uns anhalten können: „Es bezeichnet primär den Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen, fertige Programmpakete und Programmierumgebungen dynamisch an den Bedarf angepasst, über Netzwerk zur Verfügung zu stellen.“
Um etwas Struktur in dieses Thema zu bekommen, sollte man generell unterscheiden zwischen:

Private Cloud
So wie Firmennetze wird auch die Cloud intern betrieben. Anbieter wie auch der Nutzer befinden im selben Unternehmen bzw. derselben Organisation. Da kein externer Anbieter bzw. auch kein externer Anwender involviert ist, sind Security-Fragen weniger problematisch.

Public Cloud
Bei dieser gängigsten Form von Cloud Computing, mit der man am ehesten in Berührung kommt, wird die Cloud öffentlich von Personen bzw. Organisationen genutzt. Mit allen Problemen in puncto Datensicherheit.

Hybrid Cloud
Durch die Kombination der eigenen Private Cloud mit einer Public Cloud können Unternehmen flexibler Ressourcen einsetzen und etwa Belastungsspitzen abfangen bzw. die Ausfallsicherheit erhöhen.

Welche konkreten Nutzungsformen von Cloud Computing kennen wir?

SaaS – Software as a Service
Anstatt der üblichen Installationslizenz wird hier nur eine Lizenz für die Benutzung der Software zur Verfügung gestellt. Etwa wie bei einem Mietwagen, wo im Unterschied zu einem Autokauf eine gebrauchsbezogene Abrechnung erfolgt. Da dadurch nur Kosten für die tatsächliche Nutzung der Software anfallen, lassen sich Anschaffungs- und Lizenzkosten einsparen. Der SaaS-Markt erzielt derzeit zweistellige Wachstumsraten, so prognostiziert der IT-Analyst Gartner, dass bis 2012 bereits ein Drittel der Ausgaben für Unternehmenssoftware auf die „Miete“ anstatt auf den Kauf von Lizenzen entfällt.

PaaS – Platform as a Service
Als Weiterentwicklung von SaaS ist PaaS vor allem für die Anbieter und Entwickler von Anwendungen interessant. Dabei wird die gesamte Infrastruktur bereitgestellt, die nötig ist, um Anwendungen über das Internet ausführen zu können.
Als bekanntes Beispiel gilt die Google App Engine, eine Plattform zum Entwickeln und Hosten von Webanwendungen auf den Servern von Google. PaaS ist aber für jeden Entwickler eine interessante Möglichkeit, seine Anwendungen anzubieten. Entwickler auf der ganzen Welt habe Zugriff auf uneingeschränkte Rechnerleistung. Jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, kann damit leistungsstarke Anwendungen entwickeln und diese problemlos Benutzern an jedem Ort der Welt bereitstellen.

IaaS – Infrastructure as a Service
Dieses Service umfasst die Bereitstellung von Infrastruktur in Form einer Umgebung von virtuellen Servern. Der große Vorteil gegenüber traditionellen Datacentern liegt in der Skalierbarkeit: Die Hardware bzw. die benötigten Ressourcen können je nach Anforderungen beliebig erweitert oder verkleinert werden. Der Benutzer hat vollen Zugriff auf die virtuelle Hardware und kann auch selbst Anwendungen installieren. Dafür muss er die Server aber auch selbst administrieren und warten.

MSP – Managed Service Providers
Bei dieser ältesten und gängigsten Form von Cloud Computing werden einzelne IT-Anwendungen – etwa ein Virenscanner als Managed Service – von einem Service Provider für den Kunden abgewickelt.

Fazit: Für all diese Anwendungen bietet Cloud Computing in erster Linie einen Kostenvorteil. Anstatt für Anwendungen fixe lokale Ressourcen wie Hard- und Software sowie Personal einzusetzen, kann der Einsatz je nach Bedarf und kurzfristig erfolgen. Die Ressourcen sind skalierbar und werden nach der tatsächlichen Nutzung abgerechnet.
Als möglicher Nachteil sind vor allem rechtliche Fragen, etwa der Datenschutz zu sehen. Oft stehen die Server des Anbieters auch im Ausland, wo andere Gesetze als hierzulande gelten. Zu bedenken ist auch der Aspekt der Flexibilität – wie abhängig mache ich mich von meinem Anbieter, wie leicht kann ich ihn wechseln? Zu guter Letzt sollte auch nicht vergessen werden, dass es durch eventuelle Lücken zu einem Experten- und Wissensverlust im Unternehmen kommen kann.
Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Wolke gleich selber zu betreiben, dazu gibt es inzwischen auch schon einige interessante Open-Source-Lösungen:


www.openqrm.com
www.opennebula.org
www.eucalyptus.com

 

 

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