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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
Juli 2010
Inhalt der Ausgabe
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Noch vor ein paar Jahren galt Telefonieren über Internet als experimentelle Angelegenheit. Inzwischen wurde VoIP zum Telefonie-Standard mit Entwicklungspotenzial.
Von Jana Halesova
Bereits 1973 wurde mit der Übertragung digitaler Sprachsignale in Computernetzwerken begonnen und im RFC 741 mit dem Network Voice Protocol erstmals standardisiert. Mit der Verbreitung des World Wide Web Mitte der 90er Jahre tauchten auch die ersten Voice-Clients für den Hausgebrauch auf. Die Sprachqualität war furchterregend schlecht, und da es ja relativ wenige Teilnehmer gab, konnte in der Grundeinstellung jeder registrierte User mit jeden anderen telefonieren. Also für die Anwendung im professionellen Bereich – und vor allem als Ersatz eines herkömmlichen Telefons – denkbar ungeeignet.
Die Grundlagen dafür wurden erst 1999 mit der Standardisierung des Session Initiation Protocol (SIP) in RFC 2543 geschaffen. Parallel dazu wurden auch das ISDN-basierte H.323 und das IAX-Protokoll für die Open-Source-Telefonanlage Asterisk entwickelt. Nicht fehlen sollte in dieser Aufzählung auch Skype, das ab 2004 für viele Benutzer den ersten Kontakt mit VoIP bildete. Wesentlich für den Einsatz von VoIP im professionellen Bereich war jedoch die Schnittstelle zum öffentlichen Telefonnetz und die damit verbundene Erreichbarkeit unter einer regulären Telefonnummer, und das idealerweise auf einem herkömmliche Telefonapparat. Ab 2001 wurden von der RTR öffentliche Rufnummerblöcke auch an VoIP-Provider vergeben, zum einen in Form der bisher üblichen Festnetznummern sowie spezieller standortunabhängiger Rufnummern mit der Vorwahl (0)720. Um aber auch die Möglichkeit zu schaffen, dass 2 VoIP-Accounts, die mit öffentlichen Rufnummern ausgestattet sind, aber nicht unnötig über das öffentliche Telefonnetz (PSTN) telefonieren und dabei unnötige Gesprächsgebühren verursachen, wurde ENUM eingeführt. So wie bei einer Internetdomain nutzt ENUM das Domain Name System (DNS), um vorab zu prüfen, ob die anzurufende Telefonnummer via Internet oder PSTN erreichbar ist.
"Richtiges" Telefonieren
Das Telefonieren mit VoIP unterscheidet sich nicht wesentlich von der klassischen Telefonie. Das Telefongespräch teilt dabei in drei grundsätzliche Vorgänge auf: den Verbindungsaufbau, die Gesprächsübertragung und den Verbindungsabbau. Im Unterschied zur klassischen Telefonie werden bei VoIP aber keine dedizierten „Leitungen“ durchgeschaltet, sondern die Sprache wird digitalisiert und in kleinen Daten-Paketen transportiert. Längst haben sich die Anbieter von Kommunikationshardware auf VoIP eingestellt und bieten Telefonapparate an, die sich nicht von den bisherigen unterscheiden, gerne werden auch Adapter verwendet, mit denen sich „normale“ Telefone einfach ans Internet anstecken lassen. Auch die Anbieter von Telefonanlagen haben die Möglichkeiten von VoIP erkannt und bieten Einschübe für klassische Anlagen an, mit denen auf VoIP umgerüstet werden kann. Moderne Telefonanlagen „sprechen“ intern VoIP und kombinieren nach außen die Vorteile von VoIP und klassischen Telefonnetzen. Wer gerne drauf verzichten möchte, im Haus eine eigene Telefonanlage betreiben zu müssen, kann dies mittel virtueller Telefonanlagen lösen, die einfach im Datacenter des Providers gehostet werden.
IP-Pakete mit Flag
Trotz der vielen Vorteile, die das Telefonieren mit IP bietet, war lange Zeit die mangelhafte Sprachqualität ein großer Kritikpunkt – und das zu Recht. Das Problem steckte in einem prinzipiellen Verhalten des IP-Protokolls und konnte erst durch eine Priorisierung von VoIP gegenüber anderen Verbindungen durch Einführung von Quality of Service (QOS) gelöst werden. Alle IP-Pakete sind mit einem Flag ausgestattet, der definiert, um welche Art von Daten es sich dabei handelt, und können somit unterscheiden und priorisiert werden.
Heute ist VoIP längst der klassischen Telefonie gleichgestellt, viele Unternehmen sind bereits umgestiegen oder bereiten den Umstieg vor. Der Grund dafür liegt neben der Kosten und der Usability auch in den neuen technischen Möglichkeiten, die VoIP heute bereits bietet bzw. in Zukunft noch ermöglichen wird. Die Zusammenführung von Telefonie mit anderen Kommunikationsdiensten wie E-Mail, Instant Messaging, Präsenzinformation und die erweiterten Möglichkeiten von Videotelefonie oder Konferenzen bieten einfach zu viele Möglichkeiten, um darauf verzichten zu können.