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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
Oktober 2011
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silver@sil.at
OSKAR OBEREDER über die ärgerlichen „Servicepauschalen“ von A1 Telekom Austria, UPC und Tele2.
Der beworbene Preis ist in Wirklichkeit nur ein Teilbetrag. Seit der Branchenleader A1 Telekom Austria im Mai 2011 eine jährliche „Servicepauschale“ bei fixen Internetanschlüssen einführte, stellen die auf der Website ausgewiesenen, monatlichen Grundentgelte nicht länger die ganze Kostenwahrheit dar. Wie in den dunkelsten Tagen des „Kleingedruckten“ steht unter fett hervorgehobenen Zahlen nun auch noch ein dürres „Zzgl. jährliche Internet Service Pauschale und SIM Pauschale“.
Zuzügliche 15,00 Euro verlangt die Telekom Austria also plötzlich, pauschal und pro Jahr von ihren Breitbandkunden für ... ja, für was eigentlich?
Ganz erklärt sich einem der Grund dieser im Grunde versteckten Preiserhöhung nämlich weder nach Studium der Entgeltbestimmungen noch nach Lektüre von Leistungsbeschreibungen und AGB.
Mittlerweile betrifft die Frage, welche Leistungen durch zusätzliche, nicht im Preis ausgewiesenen Pauschalen da eigentlich abgegolten werden, aber längst auch andere Provider: UPC und Tele2 verlangen ihrerseits nun ein „Internet Service Entgelt“ bzw. eine „Int. Service Pauschale“. Die Namen dafür mögen differieren, die dahinter stehenden Summen sind jedoch mit 15,00 Euro auffällig gleich.
VERMUTETE PREISABSPRACHEN
Dass Konsumentenschützer der Arbeiterkammer dabei von vermuteten Preisabsprachen ausgehen, wundert weniger. Erstaunlich sind eher die deutlich ablehnenden Worte, die auch der Chef der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH, Georg Serentschy, gegenüber dem von der Telekom Austria ausgelösten Treiben findet. Gegenüber der APA beklagte Serentschy die unter diesen Pauschalen leidende Preistransparenz und riet sogar selbst zum Betreiberwechsel.
Wahrscheinlich waren auch dem obersten Regulierer die Abweichungen zu hoch. Noch tückischer als reine Breitbandleitungen können sich nämlich kombinierte Pakete auswirken. Die Vorarlberger Arbeiterkammer rechnete vor, dass sich bei dem Produkt A1-Smartkombi Internetservicepauschale und SIM-Pauschale addieren und der tatsächliche Preis somit ganze acht Prozent über dem beworbenen Grundentgelt liegt. Eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs wurde vom Verein für Konsumenteninformation bereits eingereicht.
Und auch die Bundeswettbewerbsbehörde soll kolportierten Meldungen nach bereits aktiv sein. Wobei seit dem Auftauchen dieser Pauschalen nunmehr gut vier Monate verstrichen sind, ohne dass hier behördliche Stoppschilder aufgestellt worden wären. Falls das letztendlich noch passieren sollte, würde ich die Länge zukünftiger Behördenwege in Relation zu zwischenzeitlich verursachte Schäden stellen.
KOSTENERSATZ FÜR VORRATSDATEN?
Was das Thema aber zusätzlich interessant macht: die zeitliche Nähe zum Beschluss der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung in Österreich. Kaum drei Wochen nachdem der Nationalrat die Umsetzung der für Provider mit erheblichen Kosten verbundenen Vorratsdatenspeicherung für 2012 absegnete, erschloss sich mit A1 Telekom Austria bereits das erste Unternehmen eine neue Einnahmequelle.
Tatsächlich werden bei der Vorratsdatenspeicherung die Telekom-Unternehmen rund 20 Prozent der auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzten Investitionskosten selbst tragen müssen. „Wollen die Provider nicht auf den Kosten sitzen bleiben, müssen sie ihre Leistungen teurer machen“, warnte ich erst im April 2011 im Rahmen dieser Kolumne. Das ist nun eingetroffen. Dass die verteuerten Leistungen nun aber als versteckte Preiserhöhungen passieren, ärgert neben vielen betroffenen Kunden auch den diesbezüglich redlichen Mitbewerb.
Dabei schaden unserem eigenen Unternehmen und vielen kleineren Internetanbietern nicht nur die fälschlich zu niedrig angegebenen Preise. Sondern wir müssen parallel auch dem entstandenen allgemeinen Misstrauen der Konsumenten entgegenwirken. „Wer garantiert mir, dass Sie nicht bald selbst eine solche Servicepauschale einführen?“ So lautet eine vielfach an uns herangetragene Frage von wechselwilligen Neukunden in den letzten Wochen. Eine Frage, die ich niemand verdenken kann und in diesem Zusammenhang wohl auch selbst stellen würde.
Tatsächlich stand aber die Einführung von Service- oder anderen Pauschalen bei Silver Server nie zur Überlegung. Sollten wir einmal gezwungen sein, die Preise zu erhöhen, würden wir das gegenüber unseren Kunden nachvollziehbar begründen. Selbst legen wir als Konsumenten schließlich auch auf transparente Preise Wert – und ärgern uns regelmäßig, wenn speziell beim Buchen von Flügen Endbeträge zusammenkommen, die mit dem Ausgangspreis nur wenig zu tun haben.
Außerdem sind wir auch aus anderen Gründen für das Thema sensibilisiert. Silver Server ist als Business-Provider eingestuft. Wir bieten unsere Leitungen und Leistungen anderen Unternehmen an. Deshalb sind wir vom österreichischem Preisauszeichnungsgesetz ausgenommen und verpflichtet, die eigenen Preise als Nettopreise ohne Umsatzsteuer anzugeben. Das lässt sich nicht ändern. Wobei aber für ein Unternehmen die Differenz von netto zu brutto etwas gänzlich anderes ist, als nicht ausgewiesene Kosten für eine erfundene Zusatzleistung.
Silver Server hat jedenfalls eine für uns verbindliche Aussage zu Servicepauschalen getätigt und sich offiziell zur folgender Haltung verpflichtet: „Bei Silver Server gibt es keine versteckten Preiserhöhungen – weder jetzt noch in Zukunft.“
Im Fall der phantastischen Pauschalen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Wettbewerb und Auswahlmöglichkeit für Konsumenten sind.