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Juli 2005
SILVER erscheint vierteljährlich auch in gedruckter Form. Bestellen Sie ein kostenloses Abo per E-Mail an:
silver@sil.at
Audio-Streaming
Alle Spiele des Fußballklubs Austria Wien werden als Audio-Stream inklusive Kommentar online übertragen. Ab 2006 soll dazu auch ein Video-Streaming der Pressekonferenzen kommen.
www.fk-austria.at
Wiener Sportklub
Der Wiener Sportklub ist Nachfolger des fast gleichnamigen "Sport-Clubs": Der Traditionsverein wurde 1883 gegründet und errang insgesamt drei österreichische Meistertitel.
www.wienersportklub.at
JANA HALESOVA IST ALS EISHOCKEY-FAN AUFGEWACHSEN UND HAT SICH ZUM FUSSBALLFAN ENTWICKELT. UND NEBEN DEM FAIBLE FÜR TEAMSPORT SETZT SIE AUCH IM SILVER SERVER AUF TEAMARBEIT.
Text: Anton Waldt
VITKOVICE ZKG 1981-1986
Sportfans, die es ernst meinen, neigen dazu sich den Höhen und Tiefen des Vereins ihrer Wahl bedienungslos auszuliefern.
Ähnlich allgegenwärtig wie die Schwerkraft, aber tückischer Weise ständigen Schwankungen unterworfen, begleitet sie das Schicksal "ihres" Vereins wie eine lebenslange TV-Seifenoper. Der Stadionbesuch am Sonntag ist in diesem Universum das zentrale Ritual, das Geschehen in der Tabelle oder hinter den Kulissen der Vereinsführung stellen die Rahmenhandlung dar. Oft wird die Disposition für das Leben als Fan vererbt, in der Regel vom Vater. Jana Halesova wächst im tschechischen Ostrava auf, hier regiert Eishockey den Sport, der lokale Verein heißt "Vitkovice Zelezarny Klementa Gottwalda" und mit drei oder vier Jahren kann Jana auch die Aufstellung der tschechischen Nationalmannschaft im Schlaf aufzählen – und natürlich ihre Lieblingsspieler in der U19, "die Dreierkette, mit der sie im Sturm alles zerschlagen haben: Rosol, Kames und Ruzicka". Das staatliche Sportförderungsprogramm hat mit der Empfehlung für Leichtathletik schon keine Chance mehr, Eishockey ist die Sportart und in den Sommerpausen wird sie durch Fußball vertreten: "Bei diesen Mannschaftssportarten muss man nicht nur etwas können, man muss auch zusammenspielen, das macht es erst faszinierend."
EUROPA-MEISTERSCHAFT 1996
Durch den Umzug nach Österreich erleidet das Fanleben zunächst einen Rückschlag: "Weil der österreichische Fußball schon echt schlecht ist." Von Eishockey gar nicht zu reden, aber man kann zwar den Fan aus dem Stadion holen, aber nicht das Stadion aus dem Fan: Zunächst müssen internationale Bewerbe die Lücke füllen, bevor Jana bei der Austria Wien eine neue Fanheimat findet. Die Europameisterschaft 1996 in England verfolgt Jana "mit Fähnchen" vor dem Fernsehgerät und ausgerechnet die tschechische Nationalmannschaft kämpft sich von einer Außenseiterposition bis ins Finale vor: "Karel Poborsky war der Star der Mannschaft und das Halbfinale gegen Frankreich ein Krimi. Im Elfmeterschießen hat Peter Kouba dann den Schuss von Reynald Pedros gehalten, Tschechien hat mit 6:5 gewonnen und war zum ersten mal seit 1976 wieder im EM-Finale." Die Entscheidung für die HTL mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik fällt Jana genauso leicht, wie die gegen die Leichtathletik und für das Eishockey: "An der Schule hatten wir nur alte RS6000, eine Art kleine Großrechner, die nur unter UNIX liefen. Und als die ersten Linux-Devirate kamen, war Windows endgültig abgesagt, statt dessen haben wir nächtelang Linux auf unseren 486ern kompiliert." 1998 entdeckt Jana zufällig auf einem Spaziergang die Netzinitiative Public Netbase, die auch als Internet Provider aktiv war. Als Sommerjob soll Jana eigentlich den Nutzern "beim Surfen helfen", aber die Windows-Server stellen eine größere Herausforderung dar: Schlecht zu Warten und ungenügend in der Funktionalität müssen sie Linux weichen: "Zusammen mit Chris Mutter habe ich die in einigen Nachtaktionen auf FreeBSD umgestellt."
AUSTRIA GEGEN DONESK,
1.10.2002 Wann kommt man schon nach Dnjepro-Petrowsk, Kabul oder Baku? Wenn der sonntäglich Stadionbesuch das zentrale Ritual des Fans ist, stellen die Auswärtsfahrten die Hochmessen dar. Und so findet Jana Halesova ausgerechnet in Donesk in der Uk raine endgültig zu einer neuen Fanheimat – allerdings nicht beim lokalen Verein Schachtjor sondern im Gästeblock der Austria Wien: "Die Austria hatte das Hinspiel 5:1 gewonnen und den Aufstieg ziemlich sicher. In Donesk selbst gab es wirklich nichts, außer ukrainischem Wodka – und die Austria hat das Spiel 0:1 verloren. Seitdem bin ich wieder im Stadion und habe auch kein UEFA-Cup-Spiel der Austria verpasst." Nach ihrem HTL-Abschluss beginnt Jana bei Silver Server zu arbeiten, zunächst im ersten Housing-Center in der Liebiggasse: "Die Firma war sehr jung, wir waren zu siebt. Und da hieß es auch erst mal nicht: 'Du bist ein Mädchen, du kannst das nicht.' Da konnte ich sehr viel lernen. Dass die Firma so groß geworden ist, lag auch daran, dass alle daran geglaubt haben, dass man auch mit Hirn und Fleiß eigentlich unmögliche Sachen schafft – und eben nicht nur mit viel Geld."
SPORTKLUB
Einmal richtig "Fußball-deppert" gibt es neben der Austria auch noch eine Ersatzdroge: Der Sportklub – Nachfolger des legendären "Sport-Clubs" – taumelt zwar beharrlich im Mittelfeld der Oberliga Ost und die Mannschaft spielt auch nicht unbedingt schönen Fußball, aber "da geht es ums Flair. Das Stadion und die Zuschauer sind echt Old-School. Hier geht es nicht darum, ob die gut oder schlecht spielen, sondern darum, dass der Verein sympathisch ist. Mit Freunden zum Match gehen und danach ins 'Flag' macht sogar bei einem schlechten Spiel Spaß." Neben dem Netzwerktechnik-Studium baut Jana ab 2001 den Partnerbereich von Silver Server systematisch auf. Ein Job der gleichermaßen technisches und wirtschaftliches Verständnis erfordert: "Wir sehen die Partner sowohl als Kunden aber auch als Lieferanten und schließlich auch als externe Mitarbeiter. Wichtig ist dabei ein gegenseitiges Geben und Nehmen und der Know-how-Austausch."
AUSTRIA GEGEN BEGRENZ, 29.5.2003
Schon drei Spiele vor dem Saisonende 2002/3 steht die Austria als Meister fest. Beim letzten Spiel, zuhause gegen Begrenz, soll die Meisterschaft ausgiebig abgefeiert werden, aber die Austria-Spieler sind mental schon im Urlaub: "Auf einmal rannten eine Menge Fans aufs Spielfeld und ich dachte: Diese 45 Minuten sind aber schnell vergangen. In Wirklichkeit war das Match so grottenschlecht, dass die Fans den Rasen aus Protest gestürmt haben. Das habe ich mit großem Amüsement angeschaut. Am Ende hatte Begrenz 4:0 gewonnen." In der VIPLounge des Stadions werden unterdessen nicht nur die Spiele verfolgt, sondern auch Kontakte geknüpft und Geschäfte angebahnt – auch in der Männer-dominierten IT-Branche: "Es gibt schon Frauen in dieser Branche, aber dann meist im Marketing oder ähnlichem. Allerdings gibt es fast keine Frauen in höheren Positionen. Manche werden mich hassen aber: Ich glaube das interessiert einfach nicht. Kann sein, dass das auch mit Erziehung zu tun hat. Und natürlich ist es ein Macho-Business, auch beim Silver Server: In der Firmen-Mannschaft dürfte ich nur mitspielen, wenn es fünf Minuten vor Schluss 5:0 steht – da verzichte ich lieber ganz."
AUSTRIA GEGEN BILBAO 28.1.2005
In der Saison 2004/05 beschert die Austria durch einen erstaunlichen Lauf im UEFA-Cup seinen reisefreudigen Fans jede Menge Gelegenheiten für internationale Auswärtserlebnisse. Dabei war nicht das letzte Spiel gegen Parma, sondern die Partie gegen Athletic Bilbao das denkwürdigste: "Zuerst wurde das Hinspiel in Wien verschneit und verschoben und dadurch auch das Rückspiel – die Tickets haben gleich mal 850 statt 150 Euro gekostet. Nach zwei genialen Toren vom Libor Sionko [ein Tscheche] lag die Austria dann überraschender Weise auch noch vorn: Die Bilbao-Fans haben angefangen Stühle und alles mögliche auf uns werfen – der Gästeblock lag wirklich ungünstig – da haben einige Austria-Fans natürlich zurückgeworfen. Daraufhin hat die Polizei den Block geräumt und als ich einen Freund ein par Reihen nach oben in Sicherheit ziehen wollte, habe auch ich einen Knüppel abbekommen. Anschließend wurden wir in Kojen eingesperrt und nach dem Spiel zu den Bussen geleitet." Seit 2004 ist Jana Halesova Produktmanagerin: "Mein Ziel sind kluge, individuelle Produkte und nicht diese 0815-Augenauswischerei- Geschichten. Silver Server-Produkte sind innovativ, neu und marktbewegend. Perspektivisch gilt dabei nach wie vor die Idee vom großen Netzwerk mit glücklichen Nutzern. Und das Fernziel ist immer noch ein unabhängiger Konzern, der ein Mitspracherecht hat – mit eigenem Fußballclub, mit mir als Präsidentin."