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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
April 2006
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silver@sil.at
SEIT ACHT JAHREN BERICHTET EIN ENGAGIERTES TEAM AUS RUNDLEDERFANATIKERN VIA WWW.WIENERLIGA.AT VON DEN PLÄTZEN DER WIENER STADTLIGA. 2,5 MILLIONEN SEITENAUFRUFE PRO MONAT SAMT REGER FORUMSDISKUSSION ZEIGEN, DASS SICH EINE COMMUNITY AUS ANHÄNGERN UND AKTIVEN GEFUNDEN HAT, FÜR DIE DIESES SERVICE NICHT MEHR WEGZUDENKEN IST.
Text: Andreas Kump
Das Runde musste förmlich ins Eckige, sprich auf die Bildschirme unserer Computer. Schließlich verhieß das Internet Information in Echtzeit, und Echtzeit ist bekanntlich die einzig gültige Zeit im Fußball, wo der Augenblick und das Unvorhersehbare den tatsächlichen Reiz ausmachen. Wer nicht live dabei sein konnte, dem blieben in vergangenen Jahrzehnten immerhin noch Radio und Fernsehen, wobei sich das Dargebotene auf wenige, vorselektierte Partien beschränkte. Abseits der obersten nationalen Ligen klaffte ein Funkloch. Um an Ergebnisse der Vereine in der Wiener Liga zu kommen, musste man noch bis vor Jahren auf die Montagszeitung warten oder über die Telefonnummern sämtlicher Vereinskantinen verfügen. Diesen Informationsengpass gibt es jetzt nicht mehr. Heute wird direkt gespielt.
„Der Ton im Forum ist genauso wie beim Match.“
Die Mär vom Demokratisierungsschub dank leist- und nutzbarer Technologien ist denn doch keine. Über Live-Ticker können heute auch zu Hause gebliebene Anhänger unterklassiger Vereine mit dem Geschehen mitfiebern, sofern ihr Klub über einen findigen virtuellen Platzmeister verfügt. Schlimmstenfalls bleiben aber immer noch Foren oder Gästebücher, die sich von eifrigen Berichterstattern in Buschtrommeln verwandeln lassen. Das Informationsprivileg des Fußballoberhauses ist damit endgültig Geschichte. Die Kleinen sind den Großen wieder einen mächtigen Schritt näher gekommen.
DONAUFELD WELTWEIT
„Klein“ scheint jedoch ein relativer Begriff zu sein. Wenn eine Website 2,5 Millionen Seitenaufrufe im Monat verzeichnet, geraten die festgelegten Klassifizierungen im Fußball etwas ins Rutschen. Auf diese stattliche Zahl schafft es nämlich die Seite www.wienerliga.at, die seit 1999 den Ball respektive die Wiener Stadtliga ins Netz der Netze bringt. Ein gutes Dutzend Berichterstatter schwärmt dafür Woche für Woche auf die Fußballplätze der 16 Vereine umfassenden Liga aus. Zum Rennweger SV oder dem SV Essling, nach Donaufeld oder Stadlau, überall dorthin, wo Kugeln rollen, deren Luftkurven und Netzberührungen sonst eher stiefmütterlich in den Medien vorkommen würden. Dass dies nun im achten Jahre weiterhin Woche für Woche passiert und offensichtlich floriert, geht auf ein vereinsübergreifendes Joint Venture zurück. Damals, im Jahr 1999, waren nämlich Julo Formanek und Geri Reichinger für die Websites ihrer Vereine – Favoritner AC und Wiener Sportclub – zuständig. Die vorhin gepriesenen Demokratisierungstendenzen galten in jenen Tagen natürlich auch schon. Mit dem Beigeschmack, dass sich gelegentliche Kritik am Verein, dessen Trainern, Spielern und Offiziellen, nicht länger auf den Spieltag oder den Stammtisch reduzierte, sondern auch ins Online-Forum schwappte. Was die grundsätzliche Internet- Skepsis in Favoriten und Dornbach immer wieder anzufachen wusste. Für Formanek und Reichinger ein Auftrag, die Vereinsbrille ein wenig nach unten zu ziehen und über den Gläserrand zu blicken. Eine Website für die gesamte Liga sollte her. Auch mit dem Ziel, die Liga insgesamt attraktiver zu machen. Durch eine möglichst umfangreiche Berichterstattung und die Möglichkeit zur Diskussion.
HOHES ANEKDOTENPOTENZIAL
„Der Ton im Forum ist genauso wie beim Match“, erklärt Julo Formanek und bringt ein paar Beispiele, aus denen einerseits seine Verzweiflung, andererseits auch seine Belustigung darüber herauszuhören ist. Dazu muss man sagen, dass Formanek trotz mancher wunderbar wiedergegebenen Geschichten stets den tief sitzenden Respekt vor Matchbesuchern mit Anekdotenpotenzial wahrt. Der Hotelier des Fürstenhofs weiß, was er am Wiener Fußballplatz hat. Und diskutiert wird auf
www.wienerliga.at eifrig. Julo Formanek gibt Einblick: „Selbst an ruhigen Tagen verzeichnen wir mindestens 150–200 Postings, bei höherem Kommunikationsbedarf kommen wir sogar auf bis zu 500 Kommentare.“ 3.600 User sind derzeit registriert, ein Großteil meldet sich allerdings unangemeldet zu Wort. Dazu gehören vor allem auch Trainer, Spieler und deren Verwandte und Bekannte. Was das Forum spannend macht: Hier wird auch einmal Internes rausgelassen, beschweren sich Spieler über Trainer, werden Aufstellungen und Entscheidungen hinterfragt, kommt ans Licht des Bildschirms, was sonst in der Schweißglocke der Kabine hängen bleibt. Trotz dieses grünflächendeckenden Services von Formanek, Reichinger & Co. war die Würdigung seitens des Wiener Fußballverbandes die längste Zeit bescheiden. „Das Internet wurde von den Offiziellen nicht einmal ignoriert“, verrät Formanek. „Das änderte sich erst, als wir zusätzlich begannen, mit einer ausgeborgten Videokamera und einem Schnittprogramm für den PC eine Art Fernsehsendung zusammenzuschnipseln.“ Auch wenn die ursprüngliche Intention, diese Sendung per DVD in die Vereinsheime zu bringen, grandios scheiterte, kam die Sache dennoch ins Laufen. „Der Ball im Netz“ lautet der Titel der immer professioneller werdenden Sendung, die Niko Formanek, der Bruder von Julo, nun auf W:24, dem Kanal 62 im Wiener Kabelnetz, von Montag bis Mittwoch jeweils ab 21 Uhr moderiert. Selbige Sendung lässt sich auch immer als WMV-Datei von www.wienerliga.at herunter laden. 4–5.000 Downloads seien das jede Woche, was Formaneks anfänglich benutzten Server regelmäßig zur Verzweiflung brachte, sobald mehr als fünf Fußballfreaks gleichzeitig die Sendung laden wollten. Kurzzeitig half daher Silver Server aus, ehe „Der Ball im Netz“ auf dem Server von W:24 eine adäquate Heimstatt fand. Womit der Dienst an der Wiener Unterhaus- Community immer noch nicht endet, produziert doch das nimmermüde Team auch noch eine eigene Wochenzeitung namens „Der Wiener am Ball“ für die weniger internetaffinen Wienerliga-Fans. Schön langsam sollte sich Formanek mit dem Gedanken eines Medienimperiums anfreunden.
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http://www.wfv.at/asp/der_Wiener_am_Ball.asp