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SILVER 7

April 2006

Inhalt der Ausgabe


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Vom Soloprojekt zum Comunityprodukt

AUS EINEM TYPO3-VIDEO-PODCAST: KASPER SKÅRHØJ AUF DER HEIMREISE VOM SNOWBOARDEN. ER IST ERSCHÖPFT UND SPRICHT DAVON, WIE TOLL DAS ALLES WAR, WIE GLÜCKLICH MAN SICH SCHÄTZEN KANN, SOLCHE MENSCHEN, DIE INZWISCHEN SO ETWAS WIE EINE FAMILIE GEWORDEN SIND, ZU KENNEN, DIE GEMEINSAM TYPO3 ENTWICKELN UND BEKANNT MACHEN.
Text: Franz Kratochvil

 

Fall das mehr als gute Gefühl, sich selbst im Produkt verewigt zu wissen und dieses besser (und anderen Freude) gemacht zu haben. Die TYPO3-Community hat keinen „Obmann“ oder „Chef“. Zwar ist Kasper nach wie vor an allen wichtigen Entscheidungen (wie etwa neue Releases des CMS) beteiligt, aber die Richtung des Schiffes TYPO3 wird von vielen – oder besser gesagt: den Aktiven – bestimmt. Am Steuerrad ist also nicht die Basis, sondern jener Teil der Community, der „was macht“. Aber wie kommen Entscheidungen und Neuentwicklungen zustande? Wie formiert sich die Community? In erster Linie geschieht dies durch Diskussionsgruppen und Mailing Lists. Die meisten Entwicklungen werden über diese Kanäle initiiert und vorangetrieben. Diese Diskussionsgruppen dienen auch als Hilfestellung für die Neuankömmlinge („Newbies“), die in der Regel recht freundlich in die Gemeinde aufgenommen werden. Recht bald entstand der Wunsch, zu den E-Mail-Adressen auch die Gesichter der TYPO3ler kennen zu lernen. Neben der Snowboard-Tour gründeten sich zu diesem Zweck sehr rasch die ersten TYPO3-Usergroups (TUGs), lokale Zirkel von Leuten, die sich zu regelmäßigen Talks zu TYPO3 auch offline zusammenfinden wollten. In Österreich kam das so zustande: Schon im Jahr 2000 begannen sich die ersten Entwickler für das CMS zu interessieren – nach der Snowboard-Tour 2002 scheint es in Österreich dann richtig zu beginnen, und im April 2003 gründen Georg Kühnberger und Kurt Dirnbauer schließlich die TUGA (TYPO3 User Group Austria). Die Funktion des „Typehead“ (so etwas wie ein Länder-Koordinator) übernimmt Georg Kühnberger (der dies übrigens bis zum heutigen Tag ausübt). Der Enthusiasmus der beiden „TYPO3 Evangelists“ steckte rasch viele an, und die Austro-TYPO3-Community war geboren.

 

DAS EISBERG-PRINZIP

In Zahlen ist die TUGA schwer zu fassen, denn es gibt keine formelle „Mitgliedschaft“, wie es bei einem eingetragenen Verein der Fall wäre. Dem engeren, aktiven Kreis von ca. 150 Personen, die regelmäßig in der TUGA-Diskussionsgruppe bzw. Mailing List partizipieren, steht nach dem Eisberg-Prinzip eine unbekannte Anzahl an Entwicklern gegenüber, die nicht an Treffen teilnehmen und das Diskussionsforum nur passiv nutzen (so genannte „Lurker“). Besagte User-Treffen finden bei der TUGA alle paar Monate statt, nie am selben, sondern stets an einem anderen Ort im Bundesgebiet. Dieser „Wanderzirkus“ hat den angenehmen Nebeneffekt, dass in den jeweiligen Bundesländern Leute zur TUGA stoßen, die die Gelegenheit nutzen, einmal hineinzuschnuppern, ohne etwa eine Reise nach Wien antreten zu müssen. Das hält die AT-Community „frisch“. Wer Teil der Community – und vor allem einer Usergroup – ist, hat es eindeutig besser: Bei welchem kommerziellen System hat man schon die Chance, direkt mit den Entwicklern Kontakt aufzunehmen, oder auch Hilfe von diesen zu bekommen? Bei TYPO3 ist das ganz normal – wer gewisse Grundregeln im Umgang mit den Mails/Postings einhält, ist herzlich willkommen und kann mit Unterstützung rechnen. Community- Members haben somit Zugriff auf enormes Know-how. Das soll und darf natürlich niemals eine Einbahnstraße sein. Nur so kann die Open-Source-Philosophie funktionieren. Welche Menschen sind das, die ihre Freizeit opfern, um für TYPO3 nützlich zu sein? Freaks? Nerds? Das würde den Kern der Sache nicht treffen – und diese Begriffe sind nicht immer positiv besetzt. Zu einem großen Teil sind es Web-Entwickler, teils angestellt, teils selbständig in der Web-/Internet- Branche tätig. Meist männlich (leider) und zwischen 24 und 33 Jahren alt. Viele haben durch den rasanten Aufstieg des CMS (und den dadurch entstandenen Bedarf an TYPO3-Experten) Jobs oder einen Weg in die Selbständigkeit gefunden. Bedingt durch die kollaborative Arbeit von sehr vielen Personen, die rund um den Globus verteilt ihren Teil beisteuern, sind TYPO3- Entwickler in der Regel „Team Player“. Geduld, Offenheit und das, was man gemeinhin „soziale Kompetenz“ nennt, sind hilfreiche Charaktereigenschaften für die Community-Arbeit. Und solche Menschen gibt es bei TYPO3 sehr viele. Und so hat Kasper Skårhøj Recht, wenn er via Video- Podcast seine Dankbarkeit gegenüber diesen „great people“ ausdrückt.


Der Autor:
Franz Kratochvil (38), Web-Enthusiast der ersten Stunde, ist selbstständiger Consultant, Projektmanager und Web-Entwickler für Projekte mit TYPO3 („Web Dienstleistung F.K.“). Mitglied der TYPO3 User Group Austria – TUGA (Marketing- Agenden, Veranstaltungen). Seit 2005 auch für das WIFI OÖ als TYPO-Trainer aktiv. Derzeit bereitet er mit der Wiener Agentur plan2net die „TYPO3-Academy“ vor.

 

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