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Domaincheck! Internet-Adressen einrichten und verwalten.
Oktober 2006
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OFT ANGEKÜNDIGT, AM MASSENMARKT ABER IMMER NOCH NICHT ANGEKOMMEN: DIE VERBINDUNG VON FERNSEHEN, (IP-)TELEFONIE UND INTERNET ZU TRIPLE PLAY. AUS DIESEM DURCHAUS ZUKUNFTSTRÄCHTIGEN TRIUMVIRAT DER DIENSTE, NATÜRLICH AUS DER HAND EINES „DIGITALEN GENERALUNTERNEHMERS“, TUT SICH ZURZEIT FERNSEHEN ÜBER INTERNETPROTOKOLL (IP-TV) BESONDERS HERVOR.
Autor: Andreas Kump
Dreierkonstellation # 2
File under: Fashion/Design
Von links nach rechts:
Gregor Pirouzi, Initiator des Agent-Provocateur-Shops in der Wiener Tuchlauben
www.dfud-club.com
Philipp Roller, Grafikdesigner bei
Penthouseperfection
www.penthouseperfection.com
und
Hermann Fankhauser, eine Hälfte des Modelabels Wendy & Jim
www.wujsympathisant.com
Ja, ja, die Zukunft, die beginnt halt auch immer später. So sie denn, wie im vorliegenden Fall, überhaupt beginnt. Wären wir jetzt ein wenig sarkastisch, könnten wir das dem Time- Shifting zuschreiben, der Möglichkeit zum zeitversetzten Fernsehen, einer von vielen neuen Annehmlichkeiten, mit der uns gerade die Abkehr von unseren alten, analogen TV-Geräten schmackhaft gemacht werden soll. Weitere solcher Annehmlichkeiten lauten Video on Demand oder Multiplayer Gaming, allesamt Funktionen, die in naher Zukunft ein multimediales Media Center bereit hält, ein wohnzimmerkompatibler PC als Verschmelzung von Internet und Fernsehen, das seinerseits dann konsequenterweise auch gleich über Internet-Protokoll (IP-TV) erfolgt.
IP-TV – wer in den letzten Monaten von dieser Buchstabenkombination unbehelligt blieb, der darf sich zu den Medienverweigerern zählen. Was nicht automatisch heißt, hier wäre unbedingt etwas verpasst worden. Denn immerhin kehrt mit dem Hochkochen von IP-TV nur ein heißes Thema des letzten Jahres zurück, als IP-TV nur ein Drittel des Spektakels war, das damals unter dem Marketingbegriff „Triple Play“ für Furore sorgte. Gemeint war damit das gebündelte Anbieten dreier Dienste: Fernsehen, (IP-)Telefonie und Internet, ein Konvergenztrend, von dessen Zukunftsfähigkeit die Entscheider der Telekommunikationsbranche wie auch Analysten eingehend überzeugt waren. Speziell große Telekomfirmen witterten Morgenluft, würde sich doch mit dem Bestellen des neuen Triple-Play-Geschäftsfeldes der allgegenwärtige Rückgang im traditionellen Festnetzgeschäft ausgleichen lassen. Hinzu kam die nicht unberechtigte Angst, am Ende zu spät auf einen dann bereits rollenden Zug aufspringen zu müssen.
ZUKUNFT QUADRUPLE PLAY?
Generell gelten Telekomfirmen daher weltweit nach wie vor als IP-TV-Treiber Nummer eins. In den USA geht man sogar so weit, anstatt von Triple Play bereits von „Quadruple Play“ zu sprechen, bei dem die drei nun schon bekannten Disziplinen zusätzlich durch Mobilfunk-Komponenten erweitert werden. Um für dieses lukrativ erscheinende Zukunftsgeschäft gerüstet zu sein, begann etwa die Deutsche Telekom ein VDSL-Netz („Very High Data rate Subscriber Line“) aufzubauen. Damit sollen Übertragungsraten bis zu 50 MBit/s erreicht werden.
Zuverlässige, verzögerungsarme Breitband-Verbindungen sowie leistungsfähige Datenreduktionsverfahren (MPEG4 AVC) sind schließlich Grundvoraussetzung für die multiplen Services. Das damit einhergehende Investitionsvolumen von drei Milliarden Euro hat allerdings zwischenzeitlich dafür gesorgt, dass sich die Meinung einiger Analysten zu Triple Play nun weit skeptischer liest. Jeder in der Branche kennt mittlerweile die Mahnung des renommierten Marktforschungsunternehmens Forrester Research mit dem Hinweis auf das derzeitige Angebot an 48 freien TVKanälen und der damit einhergehenden geringen Bereitschaft, für TV-Dienste extra zu bezahlen. Ins skeptische Horn stößt auch eine Studie der Universität Siegen, bei der 3000 Haushalte mit digitalem Fernsehen zum TV-Verhalten befragt wurden. Ergebnis: mit fortschreitender Digitalisierung nimmt die TV-Nutzung ab. Statt durchschnittlich 230 Minuten schauen Digital-Haushalte nur 130 Minuten. Aber immerhin ist das Angebot dann schon mal im Haus. Soll heißen, die sinkende Aufmerksamkeit bleibt eine Sorge der Sender, damit will sich die Deutsche Telekom nicht auch noch befassen müssen.
MATCH AM MARKT
Abgesehen davon ist der medienübergreifende Konkurrenzkampf aber allgegenwärtig. Telekomfirmen gegen Kabelnetzbetreiber lautet dabei das Hauptmatch. Dabei sehen sich die Kabelnetzbetreiber, die bislang auf ein abgeschottetes Kerngeschäft bauen konnten, durch die Konkretisierung von Triple- Play- und IP-TV-Plänen massiven Angriffen ausgesetzt. Eigene Netze sind zwar vorhanden, aber nicht rückkanalfähig ausgebaut.
In beobachtender Rolle sind auch kleinere und mittlere Internet Service Provider an der Neudurchmischung der Geschäftsfelder beteiligt, wobei da, scheint’s, die Gelassenheit überwiegt. Man wird sich zur gegebenen Zeit dann schon die Rosinen herauspicken, die Breitband-Versorgung seiner Kunden mit den zugkräftigsten neuen Services (wie etwa Video on Demand) bündeln, aber jetzt im Konzert der großen Telekomfirmen mitzuspielen, während sich noch nicht einmal ein einheitliches System für die bei Triple Play bzw. IP-TV unerlässlichen Settop-Boxen abzeichnet, wäre taktisch nicht nur unklug, sondern angesichts des dafür erforderlichen Kapitals schlichtweg unmöglich.
Es ist ein Dschungel da draußen, aber man muss sich ja nicht um jeden Preis verrennen. Einstweilen ist das Triple-Play-Angebot der Deutschen Telekom, „T-Home“, immer noch nicht an den Start gegangen. Ein anvisierter Termin im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 musste wegen technischer Probleme nach hinten verschoben werden. Aktuell ist wenig konkret von der zweiten Jahreshälfte 2006 die Rede. Ein Interimsprodukt, basierend auf dem in einigen Städten schon verlegten VDSL-Netz, kam jedoch pünktlich zum Start der Bundesliga auf den Markt. Zwei Wochen später vermeldete die Münchner Abendzeitung: „Internet-TV der Telekom hat 43 Kunden“. Bezüglich des Massenmarkts in Deutschland und Österreich ist Triple Play also nach wie vor nicht mehr als eine Idee. Tröstlich für alle jene, die bislang kräftig darin investiert haben: Die Idee ist nicht schlecht. Grundsätzlich. Wie die Konsumenten es sehen werden und ob die angekündigten Revolutionen Triple Play und IP-TV tatsächlich in den prognostizierten Rahmen stattfinden werden, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
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Andreas Kump ist Mitarbeiter von Silver Server Mail an den Autor: ak@sil.at